Besondere Gebäude und Denkmäler

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‚t Zeepaert

Wijnstraat 113

Die Fassade von ‚t Zeepaert stammt aus dem Jahr 1495 und ist die älteste sichtbare Fassade Dordrechts. Sie besteht aus schweren Blöcken Namurer Stein, einem Naturstein aus der Gegend von Namur in Belgien.

  • Schon um 1300 stand an dieser Stelle ein Steinhaus.
  • 1583 wohnte hier ein Seifensieder. Die Seife wurde wahrscheinlich im Hinterhof hergestellt, aus dem später eine Brauerei wurde.
  • Innen gibt es noch ein Holzskelett und eine bemalte Eichendecke.
  • Die Vereniging Hendrick de Keyser kaufte das Haus 1996 und restaurierte es von 2001 bis 2004.
  • Achtung: Es ist die älteste Fassade, nicht unbedingt das älteste Gebäude. Hinter vielen jüngeren Fassaden in Dordrecht verbergen sich noch ältere Häuser. Bauhistoriker spüren sie auf, indem sie das Holz von Balken und Dachstühlen datieren.

Speicher Stokholm

Wolwevershaven 30

Einer der eindrucksvollsten Speicher der Stadt. Über den Dachfenstern steht die Jahreszahl MDCCXXX: 1730. Die Rückgiebel ragen direkt aus dem Wasser der Oude Maas.

  • Benannt ist das Gebäude nach seinem Bauherrn, dem Kaufmann Johan Anthony Bruijn, der in Stockholm geboren wurde.
  • Es begann als Zuckerraffinerie mit sechs Kupferpfannen, viel für die damalige Zeit. Ein Erfolg wurde es nicht: Bruijn ging innerhalb weniger Jahre bankrott.
  • Später diente es als Speicher, unter anderem für Krapp und Getreide.
  • 1962-1963 wurde es restauriert. Heute sind dort Büros.
  • Davor liegt oft der Dampfschlepper Pieter Boele, der im Wolwevershaven seinen Heimathafen hat.

Bergen in Noorwegen

Schrijversstraat 16-18

Ein Gebäude mit einem Namen, den man in Dordrecht nicht erwartet: „Bergen in Norwegen“. An der Fassade hängt ein Schild mit der Aufschrift BERGEN IN NOORWEGEN, daneben Wappenschilde: drei der ursprünglich fünf sind noch da.

  • Ursprünglich war es ein Doppelspeicher.
  • Ab 1904 war es das Kesselhaus der Königlichen Niederländischen Glasfabrik Bouvy, die von 1848 bis 1926 am Kuipershaven lag. Die Fabrik stellte unter anderem Fensterglas, Spiegel, gebogenes Glas und Bleiglasfenster her.
  • Nach einem Brand bekam das Haus 1922 eine neue Fassade und ein Mansarddach.
  • Ab 1929 war hier eine Druckerei. Im Garten steht noch ein Stück des alten Fabrikschornsteins.
  • Es ist ein städtisches Denkmal. Woher der Name genau kommt, verrät die Fassade nicht: ein schönes Rätsel zum Selbst-Erforschen.

Der Bahnhof

Stationsplein 1

Wer mit dem Zug ankommt, betritt sofort ein Reichsdenkmal. Der Bahnhof wurde am 1. Januar 1872 eröffnet, für die Bahnstrecke von Rotterdam nach Antwerpen.

  • Das Gebäude ist stolze 108 Meter lang und verläuft parallel zu den Gleisen.
  • Es wurde im Rundbogenstil gebaut, mit rotem Backstein, Rundbogenfenstern und einer Uhr im Giebelfeld über dem Eingang.
  • Die Bahnhofshalle mit den Schaltern ist größtenteils noch original, mit Fliesensockeln und Pilastern.
  • Auch die eiserne Bahnsteigüberdachung von 1900 ist ein eigenes Reichsdenkmal.

Das Rathaus

Stadhuisplein 1

Das Rathaus steht an einer besonderen Stelle: quer über dem Voorstraathaven. Es begann im 14. Jahrhundert als Tuchhalle.

  • An der Hafenseite sieht man noch gotische Bögen aus dem 14. Jahrhundert.
  • Die Löwen an der Treppe wurden 1841 gegossen.
  • Im Turm hängen Glocken aus den Jahren 1449 und 1514.
  • Seit 1975 sitzt die Stadtverwaltung im Stadskantoor. Das Rathaus wird heute vor allem für Veranstaltungen und Empfänge genutzt.

Die Groothoofdspoort

Groothoofd

Das bekannteste Stadttor Dordrechts, dort, wo Merwede, Oude Maas und Noord zusammenfließen.

  • Die Fassaden stammen von 1618, der Kuppelturm kam 1692 hinzu.
  • Auf der Flussseite sieht man die Dordrechter Jungfrau im Holländischen Garten, geschaffen von Gillis Huppe. Um sie herum sind fünfzehn Stadtwappen, und sie selbst hält das Wappen von Dordrecht: zusammen sechzehn Städte, die sich im Achtzigjährigen Krieg erhoben.
  • Die lateinische Inschrift besagt, dass Eintracht und Frieden die beste Verteidigung einer Stadt sind.

Die Vereniging Hendrick de Keyser

Denkmäler, die bewohnt bleiben

Die Vereniging Hendrick de Keyser wurde 1918 gegründet und ist nach dem Amsterdamer Baumeister und Bildhauer Hendrick de Keyser (1565-1621) benannt. Der Verein kauft besondere historische Häuser, restauriert sie sorgfältig und vermietet sie wieder, damit sie bewohnt bleiben.

In Dordrecht besitzt der Verein eine ganze Reihe von Häusern. Achte bei diesen Häusern auf die Fassaden:

  • ‚t Zeepaert, Wijnstraat 113: die älteste sichtbare Fassade der Stadt (1495).
  • De Onbeschaamde, Wijnstraat 123: um 1650 von Pieter Post für Bürgermeister Abraham van Beveren entworfen. Der Name („die Schamlose“) bezieht sich auf den nackten Engel im Giebelfeld.
  • In Beverenburch, Wijnstraat 127: von 1556, mit einer frühen Renaissancefassade aus weißem belgischem Stein.
  • Huis Rodenburch, Wijnstraat 153: einst eine Herberge, in der die Grafen von Holland übernachteten, später ein Pfandhaus. 1766 bekam es eine Rokokofassade.
  • Wijnstraat 124-128: ein Treppengiebel des typischen Dordrechter Typs.
  • Het Meevat, Kuipershaven 41: um 1700 für den Nagelhändler Huybert Borret gebaut und zuerst ‚Het Spijckervat‘ (das Nagelfass) genannt. Ab 1906 war hier eine Regenschirmfabrik.
  • Voorstraat 173: 1609 neu gebaut. Um 1950 fast abgerissen, aber vom Heimatverein Oud-Dordrecht gerettet.
  • Grotekerksbuurt 54 und 56: zwei Häuser am alten Hafen. Schon 1557 wohnte hier ein Schiffer.
  • Die meisten Häuser sind bewohnt. Bewundere sie also von der Straße aus.
  • Tipp: Der Verein organisiert regelmäßig einen Stadtrundgang durch Dordrecht (auf Niederländisch). Siehe den Kalender von Hendrick de Keyser.

Mehr entdecken? Lies auch über die Straßen und Häfen, schau dir die Sehenswürdigkeiten an oder spiel die City-Escape-Tour. Und komm zum Tag des Denkmals (Open Monumentendag), wenn viele Gebäude ihre Türen öffnen.